Beleuchtung, Alter und Entfernung des Mondes: was die Kennzahlen bedeuten
Kurz gesagt: Die Beleuchtung ist der vom Sonnenlicht bedeckte Anteil der sichtbaren Scheibe (0–100 %); das astronomische Alter ist die Zeit seit Neumond; die Entfernung ist der Weg bis zum Mond. Es sind verschiedene Kennzahlen: Sie helfen, Phase, Position im Zyklus und scheinbare Größe zu beschreiben, bestimmen die Beobachtungsbedingungen aber nicht vollständig.
Prozente und Kilometer auf der Mondseite sind kein Dekor, sondern drei verschiedene Kennzahlen: wie viel Licht, wo im Zyklus und wie weit entfernt. Beleuchtung und Alter hängen mit der Phasengeometrie zusammen, die Entfernung mit der Bahn; zusammen beschreiben sie das Aussehen des Mondes nicht vollständig. Schauen wir uns jede an.
Beleuchtung: 0–100 %
Die Beleuchtung (illumination) ist der Anteil der von der Erde aus sichtbaren Mondscheibe, der von direktem Sonnenlicht bedeckt ist:
| Wert | Was das ist |
|---|---|
| 0–1 % | Neumond |
| ~50 % | Erstes oder letztes Viertel |
| 100 % | Vollmond |
| 12 %, 87 % usw. | Zwischentage des Zyklus |
Die Beleuchtung ändert sich nichtlinear: Um Neumond und Vollmond langsam, um die Viertel schneller, bis zu etwa 10 Prozentpunkte pro Tag. Deshalb hält sich der «fast volle» Mond mehrere Nächte hintereinander, und die genaue Geschwindigkeit hängt von der Bahnposition ab.
Wichtig: 50 % ist die halbe Scheibe, kein «Viertel». Die Verwirrung kommt vom Wort «Viertel», das sich auf etwa ein Viertel des synodischen Zyklus und rund 90° Differenz der ekliptikalen Längen bezieht, nicht auf die Scheibenfläche.
Mondalter: 0–29,5 Tage
Das Alter ist der astronomische Zähler des Zyklus seit dem letzten Neumond:
| Alter | Phase |
|---|---|
| 0 | Neumond |
| ~3–4 | Sichtbare zunehmende Sichel |
| ~7,4 | Erstes Viertel |
| ~11 | Zunehmender Riesenmond |
| ~14,8 | Vollmond |
| ~18 | Abnehmender Riesenmond |
| ~22,1 | Letztes Viertel |
| ~26–27 | Abnehmende Sichel, schmilzt |
Die Richtung der Beleuchtungsänderung, nicht ein einzelner Alters-Schwellenwert, zeigt, ob die Phase zu- oder abnimmt. Das astronomische Alter von etwa 14,8 Tagen entspricht Vollmond, ersetzt aber nicht die Nummer des örtlichen Mondtages.
Entfernung: 356–407 Tsd. km
Der Mond läuft auf einer Ellipse, daher ändert sich die Entfernung zur Erde:
| Punkt | Entfernung | Scheibe |
|---|---|---|
| Perigäum | ~356 400 km | Winkeldurchmesser etwa 5–7 % größer als im Mittel |
| Mittel | ~384 400 km | Referenz |
| Apogäum | ~406 700 km | Winkeldurchmesser etwa 5–7 % kleiner als im Mittel |
Der Winkeldurchmesser variiert von ~29,4′ bis ~33,5′. Mit bloßem Auge ist der Unterschied kaum merklich, im Teleskop und auf Fotos mit gleicher Brennweite aber deutlich. Fällt Vollmond mit Perigäum zusammen, gibt es einen Supermond, mit Apogäum einen Mikromond. Die Entfernung allein bestimmt weder Beleuchtung noch Nachthelligkeit.
Die Tageskarte auf lunar.day lesen
Auf der Seite moon/phase/[Datum] für deine Stadt:
- Phase — Name aus 8 Zuständen (z. B. «zunehmender Riesenmond»);
- Beleuchtung — Prozent der sichtbaren Scheibe;
- Mondtag — Nummer des Tages im örtlichen Mondkalender, nicht das astronomische Alter;
- Mondauf-/untergang — Ortszeit, abhängig von Koordinaten und Horizont;
- Entfernung — Kilometer zum gewählten Zeitpunkt, falls das Feld verfügbar ist.
Lesebeispiel: «abnehmender Riesenmond, 78 %, Mondtag 18, Entfernung 404 000 km» = nach Vollmond, Beleuchtung nimmt ab, Mond weiter als im Mittel entfernt, aber noch kein Mikromond: Dafür braucht es Vollmond nahe Apogäum. Auch die örtliche Aufgangszeit lässt sich nicht allein aus der Entfernung ableiten.
Genauigkeit und Grenzen
Phase, Beleuchtung und Mondereignisse werden aus astronomischen Ephemeriden berechnet. Die Stadtkoordinaten beeinflussen vor allem die örtlichen Zeiten von Aufgang, Untergang und Kulmination; realer Horizont und Höhe über dem Meer können die beobachtete Zeit verschieben. Das ist Astronomie, keine Astrologie: Die Zahlen beschreiben Geometrie und Licht, nicht die «Tagesenergie».
Fazit
Die Beleuchtung antwortet auf «welcher Anteil der Scheibe ist beleuchtet», das astronomische Alter auf «wie viel Zeit ist seit Neumond vergangen», die Entfernung auf «wie groß ist die Winkelausdehnung». Sie hängen mit verschiedenen Seiten der Mondgeometrie zusammen und beschreiben die Sichtbarkeit nicht vollständig: Dafür zählen auch örtlicher Horizont, Wetter, Beobachtungszeit und Beobachterposition.
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